Bewegung

Unser Körper ist von Natur aus auf Bewegung ausgelegt. Nur wenn wir uns täglich ausreichend bewegen und zusätzlichen Sport für unsere Kraft und Ausdauer betreiben, funktionieren unsere Organe, das Muskel-Skelettsystem und unsere Stoffwechselprozesse. Auch unser Lymphsystem kommt nur durch ausreichend Bewegung ordentlich in Schwung, damit es Gifte und Schlacken ausscheiden kann. Nur so wird unser Immunsystem entlastet und ist für die kalte Jahreszeit gewappnet.

Viele von uns bewegen sich aber definitiv zu wenig! Das Zentrum für Gesundheit an der Sporthochschule in Köln hat ermittelt, dass wir täglich im Durchschnitt unglaubliche 11,5 Stunden sitzen. Stehen und bewegen hingegen sind wir gar nicht mehr gewohnt. Noch vor 100 Jahren sah das ganz anders aus. Wir Menschen bewegten uns 8 bis 10 Stunden pro Tag, heute sind es nur noch ca. 25 Minuten pro Tag. Dieser Bewegungsmangel beeinflusst nicht nur negativ unsere Leistungsfähigkeit, unser Wohlbefinden und unsere Motivation, er ist auch die Ursache zahlreicher Beschwerden. Auf Dauer machen sie uns krank und schwächen auch unser Immunsystem massiv.

Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, müssen wir unsere lieb gewordenen Dauersitz-Gewohnheiten aufgeben und uns wieder kontinuierlich mehr bewegen. Sport ist nach einem arbeitsreichen Tag zwar ein guter Ausgleich, aber das allein ist zu wenig! Nach einem Büro Tag in einer greifraumoptimierten Umgebung und in einem Bürostuhl, wo man bewegungslos fixiert ist, liegt unser gesamter Organismus im Koma! Deshalb sollte man pro Stunde 3 bis 4 Haltungswechsel vornehmen. Nur sein Gewicht von links nach rechts zu verlagern ist da zu wenig, Aufstehen und Bewegen sind gefragt. Die Faustregel lautet, dass man ca. 50% im Sitzen, 30% im Stehen und 20% in Bewegung verbringen sollte; – die richtige Arbeitshaltung ist immer ein Wechsel in eine neue Haltung, keine Arbeitshaltung sollte zur Dauerhaltung werden. Ergänzend zu den Haltungswechseln sollte jeder von uns darauf achten, mindestens 5000 Schritte pro Tag zurück zu legen und an Tagen, die man nicht im Büro verbringt, sogar 10.000 Schritte. Mittlerweile haben immer mehr Smartphones Applikationen, mit denen man seine Schritte messen kann, auch einige Armbanduhren verfügen über einen Schrittzähler. Oder man kauft sich einen, der im Handel bereits ab 5 Euro erhältlich ist. Und so hat man in der Umstellungsphase eine gute Kontrolle, wie viele Schritte man tatsächlich zurückgelegt hat. Als Tipp:  Für mehr Alltagsbewegung kann man für kurze Strecken das Auto weglassen und stattdessen zu Fuß gehen. Und nicht der kürzeste Weg ist der beste, sondern der längste. Mittagspausen lassen sich gut für einen Spaziergang nutzen und statt zum Telefon zu greifen, kann man lieber persönlich zu seinen Kollegen gehen. Und statt Rolltreppe oder Aufzug sollte man so oft wie möglich Treppen nutzen;  denn diese sind nicht nur kostenlose sondern auch sehr effiziente Fitnessgeräte.

Viele beenden einen arbeitsreichen Tag, indem sie sich auf die Couch fallen lassen und vor dem Fernher abschalten. Das entspannt zwar, aber erholsam ist es für unseren Körper nicht. Die bessere Alternative ist Sport zu treiben, denn Bewegung aktiviert die Regenerationsprozesse unseres Körpers. Nach 40 Minuten bauen die aktivierten Muskeln das Stresshormon Cortisol ab. Und das fördert nicht nur den Stoffwechsel und löst Muskel-Verspannungen, es regt auch die Durchblutung des Gehirns an, so dass emotionale Anspannung und negative Gedanken aufgelöst werden. Jegliche Art von Stress lässt sich durch Bewegung rasch und erfolgreich bekämpfen und das wiederrum führt zu Ausgeglichenheit, Wohlbefinden und innerer Ruhe.

Sport ist aber nicht nur ein guter Ausgleich, sondern auch essentiell wichtig, um unsere Kraft und Ausdauer zu stärken. Wichtig ist, dass man den ersten Schritt tut und vom Zustand „körperlich inaktiv“ zum Zustand „körperlich aktiv“ wechselt. Welche Form der Bewegung man dann wählt ist nebensächlich und abhängig vom individuellen Geschmack. Ob Yoga, Walken, Laufen, Schwimmen, Badminton, Squash, Spinning, …. Hauptsache man findet etwas, was einem Spaß macht, denn dann bleibt man auch lange dabei. Um die Gesundheit langfristig aufrecht zu erhalten gilt als Faustregel, idealerweise verteilt auf mehrere Tage 3 mal pro Woche 1 Stunde Ausdauertraining plus 2 mal pro Woche 20 Minuten Krafttraining. Alles was darüber hinausgeht, erhöht die individuelle Leistung, hat aber keinen gesundheitlichen Mehrwert.

Unserem Immunsystem können wir zusätzlich noch etwas Gutes tun, wenn wir uns viel an der frischen Luft bewegen. Wie auch immer das Wetter ist, jede Gelegenheit sollte genutzt werden, um Sport im Freien zu betreiben. Bereits ein Spaziergang an der frischen Winterluft kann schon wahre Wunder bewirken. Er tut nicht nur unseren Körper gut, sondern er macht auch den Kopf wieder klar. Zudem versorgt er uns mit Vitamin D, das nicht nur für gesunde Knochen wichtig ist, sondern auch unverzichtbar für unsere Immunabwehr.

Bewegung bedeutet sich nicht nur fit zu halten und sein Immunsystem zu stärken. Bewegung bedeutet vor allem Lebensqualität und das wiederum hilft uns, das Leben zu genießen. Deshalb sollten wir jede Gelegenheit nützen, um körperlich aktiv zu sein. Jede Bewegung ist besser als keine Bewegung! Egal ob Spazierengehen in der Natur, Garten-/ Hausarbeit oder eine Vielzahl an Sportarten, die man gemeinsam mit Freunden, Familienangehörigen oder auch alleine betreibt. Jeder kann etwas finden, was er gerne macht, was ihm gut tut und was nachhaltig seine Gesundheit stärkt.

Grippe „Lebe wohl“ – Teil 4: Bewegung hält uns fit und stärkt das Immunsystem